Abonnieren Sie
unseren kostenlosen
Newsletter!

 



Das Enneagramm-Lexikon

Index  A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  Q  R  S  T  U  V  W  Z

Aggression

Aggression wird im Enneagramm als spezifische Reaktion der Enneagramm-Typen 3, 7 und 8 gegenüber Anforderungen und aufkommenden Schwierigkeiten angesehen. Die Aggression muss nicht längere Zeit andauern, sie gilt jedoch als die zuerst zu erwartende Verhaltensweise.

 

Angst

Mit dem Ausdruck Angst wird im System des Enneagramms die Leidenschaft des Enneagramm-Typs 6 benannt. Dabei ist Angst nicht aufzufassen als kopflose Furcht oder als bebende Unterwürfigkeit. Im Enneagramm ist Angst vielmehr zu verstehen im Sinne einer absichernden Vorsicht gegenüber der Umwelt und den Mitmenschen, einer von Skepsis getragene Wachsamkeit, eines wehrhaften Einigelns.

Zudem ist im Enneagramm Angst auch anzusehen als Ausprägung gegenteilig wirkenden Verhaltens, etwa in Form eines wagemutigen Ausfalls aus einer abgesicherten Position heraus, einer selbstverleugnenden Flucht nach vorn, der überraschend nachhaltigen Einforderung wechselseitiger Treue.

 

Anpassung

Im Enneagramm gilt Anpassung als die zu erwartende Reaktion der Enneagramm-Typen 6, 1 und 2 auf Anforderungen und aufkommende Schwierigkeiten. Es muss sich nicht um eine dauerhafte Anpassung handeln, vielmehr geht es nur um die zeitlich erste Einlassung.

 

Ansatzpunkte Enneagramm – TA – NLP

Eine Untersuchung der Ansatzpunkte der psychologischen Systeme Enneagramm, Transaktions-Analyse (TA) und Neurolinguistisches Programmieren (NLP) führt zu folgender Betrachtungsweise:

Ansatzpunkte des Enneagramms sind die – positiv formulierten – Grundbedürfnisse der Menschen nach Sicherheit und Orientierung, nach Abgrenzung und Zugehörigkeit sowie nach Anerkennung und Zuwendung. Bei negativer Darstellung sind die Ansatzpunkte des Enneagramms die menschlichen Grundängste vor Verunsicherung, vor Einsamkeit und vor Liebesentzug.

Wesentlicher Ansatzpunkt der TA sind die menschlichen Entwicklungsausrichtungen vom Kindhaften zum Erwachsenensein und hin zur Elternschaft.

Das NLP setzt bei den Wahrnehmungsfähigkeiten, den 5 Sinnen der Menschen an: sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken, verbunden mit der spezifisch menschlichen Fähigkeit der Sprache.

 

Anzahl der Enneagramm-Muster

Im System des Enneagramms werden herkömmlicherweise 9 Persönlichkeitsmuster aufgeführt. Allerdings sind die Tiefenstrukturen der inneren Bilder, der menschlichen Vorstellungen, Empfindungen und Erwägungen derartig vielfältig, dass sie mit den Mitteln der Sprache stets nur unzureichend wiedergegeben werden können. Der Gebrauch von Sprache zur Umschreibung von Persönlichkeitsmustern führt damit zwangsläufig zu einer Auswahl aus der Fülle der tiefer greifenden inneren Wahrnehmungen. An welchen Kriterien sich diese Auswahl ausrichtet, ergibt sich u.a. aus der Begrenztheit sinnvoller Informationsverarbeitung zu komplexen Sachverhalten.

Für das Enneagramm als System mit – beabsichtigtem – praktischen Nutzen folgt hieraus die Notwendigkeit, die an sich mögliche Darstellung einer Unzahl unterscheidbarer Persönlichkeitsmuster auf eine handhabbare Anzahl zu beschränken. Die übliche Begrenzung auf gerade 9 Muster erscheint dabei inhaltlich keineswegs als zwingend, sie ist zunächst geschichtlich erklärbar aus literarisch belegbaren Tugendkatalogen und Sündenregistern, die sich meist mit Auflistungen zwischen 7 und 12 Begriffen befassen.

Auch aus der Anzahl der 9 Berührungspunkte der Kreislinie mit dem gleichseitigen Dreieck und mit dem unregelmäßigen Sechseck in der Zeichnung des Enneagramms ergibt es sich nicht unabdinglich, dass ausschließlich 9 ganz bestimmten Persönlichkeitsmustern im Enneagramm Bedeutung zukommen soll. Es ist kein Grund ersichtlich, der zwingend dagegen spricht, weitere Muster ins System des Enneagramms einzubeziehen. Allerdings ist zu bedenken, dass viele an sich isoliert betrachtbare Persönlichkeitszüge lediglich als Ausfächerungen oder Ableitungen grundlegender Strukturen anzusehen sind, ohne dass die Notwendigkeit besteht, sie eigenständig aufzuführen. Auch im System des Enneagramms sind sachgerechte Zusammenfassungen unterscheidbarer Aspekte der menschlichen Persönlichkeit durchaus vertretbar, ohne dass dadurch die Schattierungen einzelner Züge verlöschen müssten. Die tatsächliche Beschränkung auf gerade 9 Muster erscheint nicht als willkürlich, sie ist letztlich zurückzuführen auf die dem Enneagramm innewohnende Harmonie.

Unter diesem Gesichtspunkt wäre auch eine geringere Anzahl als 9 Muster mit der dem Enneagramm innewohnenden Abrundung, seiner Tendenz zur Balance und mit seiner spezifischen Dynamik nur noch schwerlich in Einklang zu bringen.

 

Aufmerksamkeit

Im Zusammenhang mit dem Enneagramm kommt dem Gesichtspunkt der Aufmerksamkeit Bedeutung zu im Sinne einer typenspezifischen Ausrichtung der Wahrnehmung.

Da der Mensch nur eine beschränkte Anzahl innerer Anstöße und äußerer Reize zeitnah verarbeiten kann, befasst er sich zu diesen Anregungen auch nur mit einer deutlich begrenzten Auswahl, die neben den objektiv erscheinenden Notwendigkeiten insbesondere durch subjektive Einschränkungen gekennzeichnet wird. Der persönliche Zuschnitt dieser Auswahl richtet sich nach den grundlegenden Fähigkeiten, Bestrebungen und Ängsten jedes Einzelnen und bestimmt erfahrungsgemäß in vielen Lebenssituationen die Art der ersten Reaktion auf einen Anstoß oder Reiz.

Typischerweise lassen sich im System des Enneagramms folgende Fragestellungen zur Aufmerksamkeitsausrichtung skizzieren, und zwar in Gegebenüberstellung störender Ausprägungen zu hilfreich wirkenden Veränderungen:

Enneagramm-Typ 1:
Was alles erkenne ich als falsch?
Welche Gegebenheiten erscheinen mir schon als richtig?

Enneagramm-Typ 2:
Was muss ich für andere tun?
Welche eigenen Bedürfnisse habe ich?

Enneagramm-Typ 3:
Wodurch erscheine ich als erfolgreich?
Was empfinde ich hier und jetzt?

Enneagramm-Typ 4:
Was fehlt mir noch Besonderes?
Was ist mir schon alles in Erfüllung gegangen?

Enneagramm-Typ 5:
Was erschöpft mich?
Welches Geschenk vermag ich zu finden?

Ennegramm-Typ 6:
Welche Gefahr droht mir hier?
Welche Sicherheit ist mir schon gegeben?

Enneagramm-Typ 7:
Wovor laufe ich jetzt weg?
Welche Kraft steht mir zur Verfügung?

Enneagramm-Typ 8:
Mit wem muss ich mich auseinandersetzen?
Wodurch kann ich hier Zuneigung zeigen?

Enneagramm-Typ 9:
Wie passe ich mich anderen an?
Wie lebe ich eigenständig?

 

Ausgeglichenheit

Im System des Enneagramms ist Ausgeglichenheit ein Begriff zur Umschreibung der förderlichen Entwicklungsausrichtung des Enneagramm-Typs 4. Im Wesentlichen geht es darum, dass er das breite Spektrum seiner Gefühle, die vielseitige Palette seiner emotionalen Fähigkeiten sorgfältig ausbalanciert, so dass einerseits keine sich störend auswirkenden Übergewichtungen entstehen und er andererseits seine Gefühlswelt in ihrer Fülle, in ihrem schier unbegrenztem Umfange, liebevoll auszukosten vermag. Mit dieser Art emotionaler Balance kann der Enneagramm-Typ 4 seine oftmals melancholisch eingefärbte Sehnsucht nach dem vermeitnlich Fehlenden, nach Erfüllung eines von ihm so empfundenen Defizits überwinden und zu seiner inneren Zufriedenheit durchdringen.

 

Ausrichtungen Enneagramm - TA - NLP

Zur Frage, welche unterscheidbaren Ausrichtungen den psychologischen Systemen Enneagramm, Transaktions-Analyse (TA) und Neurolinguistischen Programmieren (NLP) zugeschrieben werden können, erscheinen folgende Betrachtungen schlüssig:

Da der Ansatz des Enneagramm von den Grundbedürfnissen der Menschen ausgeht, bietet es sich – über den Alltagsgebrauch hinaus – auch zur Lösung existenzieller Fragen an. So zeigt das Enneagramm vielfältige Wege auf, mit den Kehrseiten der Grundbedürfnisse, den menschlichen Grundängsten vor Verunsicherung, vor Einsamkeit und vor Liebesentzug, konstruktiv umzugehen.

Eine wesentliche Stärke der TA liegt darin, dass sie die unterschiedlichen Anteile des menschlichen Miteinanders, insbesondere das Kommunikationsverhalten, ins Bewusstsein zu bringen vermag. Damit einher gehen oftmals heilsame Erkenntnisse über offene und verdeckte, gegensätzliche und störende Gesprächs- und Verhaltensanteile, die vermieden oder auch gutwillig hinterfragt werden können mit dem Ziel eines verständnisvollen mitmenschlichen Umgangs. Die TA erscheint somit – unter anderen Wirkungsmöglichkeiten – besonders geeignet zur Vermeidung und zur Lösung von Konflikten, zum Einsatz in näher bestimmbaren Spannungssituationen.

Da jeder Mensch im Wachzustand ständig seine Sinne gebraucht und – wenigstens als Gedanken – er zudem permanent seine sprachlichen Fähigkeiten einsetzt, liegt es nahe, einen der Schwerpunkte zur Anwendung des NLP im situativen Bereich, bei der Handhabung aktuell wirksamer Gegebenheiten, anzusiedeln. Dabei wird die Erfahrung genutzt, dass ein Übergang von einer Wahrnehmungsfähigkeit zur anderen rasch und leicht möglich ist und eine Veränderung der inneren Perspektive sich oftmals überraschend und ausgesprochen bereichernd auswirken kann.

 

(c) www.EnneagrammSeiten.de
Private Nutzung ist erwünscht und kostenlos
Gewerbliche Nutzung nur nach vorheriger Zustimmung - Missbrauch wird bestraft!