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Das Enneagramm-Lexikon

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Geistesfrucht

Das Wort Geistesfrucht stellt einen archaisch wirkenden Ausdruck dar, der im Enneagramm sinngemäß gebraucht wird für die schlagwortartige Bezeichnung von Eigenheiten, die den einzelnen Enneagramm-Typen zugedacht werden, wenn sie sich mit der spirituellen Seite des Enneagramms nachhaltig befasst haben. Inhaltlich geht es darum, das Ergebnis einer gelungenen spirituellen Arbeit mit dem Enneagramm sprachlich darzustellen.

Als Geistesfrüchte gelten u.a.

  • für den Enneagramm-Typ 1 - Gelassenheit, Geduld
  • für den Enneagramm-Typ 2 - Demut
  • für den Enneagramm-Typ 3 - Wahrhaftigkeit
  • für den Enneagramm-Typ 4 - Ausgeglichenheit, Zufriedenheit
  • für den Enneagramm-Typ 5 - Objektivität, Loslassen
  • für den Enneagramm-Typ 6 - Mut
  • für den Enneagramm-Typ 7 - Nüchternheit, innere Freude
  • für den Enneagramm-Typ 8 - Mitgefühl, Unschuld
  • für den Enneagramm-Typ 9 - Handeln

 

Gelassenheit

Gelassenheit ist im System des Enneagramms der Ausdruck für den Königsweg des Enneagramm-Typs 1 zu seiner weiterführenden Entwicklung. Im Kern kommt es dabei darauf an, dass er sich zurücklehnt und dem Geschehen in seiner Umgebung ausgewogenen Raum lässt, ohne seine selbstgesetzten Maßstäbe als allgemeingültige Messlatte anzubringen. Auf diese Weise kann er sich vom Joch seiner selbstauferlegten Borniertheit befreien und seine Talente mit seinen Mitmenschen teilen, anstatt sich selbstgerecht über sie zu erheben.

 

Geradlinigkeit

Im Enneagramm ist Geradlinigkeit eine der Umschreibungen für die Falle des Enneagramm-Typs 8. Hiermit gemeint sind Ausprägungen von Entschlossenheit, von Unbeugsamkeit und Stärke, sei es als nachhaltiger Widerstand und zivile Unbotmäßigkeit, sei es als gezielte Herausforderung oder auch als unmittelbarer Angriff. In Schwierigkeiten bringt sich der Enneagramm-Typ 8, wenn er seinen Krafteinsatz als Rücksichtslosigkeit überzieht.

 

Geschichte des Enneagramms

Die Ursprünge des Enneagramms sind nicht geklärt. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass Themen zum Ennegramm sich bereits in althergebrachter Mystik, etwa im Einflussbereich des Islam (Sufis), finden lassen.

In Europa hat offenbar erstmals George Ivanovitsch Gurdjieff in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts in mündlicher Form Gedankengut gebraucht, das zum Enneagramm zu rechnen ist. Erste schriftliche Ausführungen zum Enneagramm stammen wohl von Peter Demianowitsch Ouspensky, einem Schüler Gurdjieffs.

Mutmaßlich als erster hat der Chilene Oscar Ichazo in der 2. Hälfte des 2o. Jahrhunderts die grafische Darstellung des Enneagramms in der heute üblichen Ausgestaltung veröffentlicht. Wesentliche Richtungsgebung des Enneagramms in seiner psychologischen Ausrichtung wird dem chilenisch-nordamerikanischen Psychiater Claudio Naranjo zugeschrieben. Von ihm nahmen u.a. Helen Palmer und eine Vielzahl von Jesuiten das Gedankengut des Enneagramms auf, unter ihnen Don Richard Riso und Richard Rohr. Im deutschsprachigen Raum rechnet Andreas Ebert zu den Wegbereitern des Enneagramms. Aus jüngerer Zeit stammen originär deutschsprachige systematische Ausführungen zum Enneagramm u.a. von Marie-Anne Gallen, Hans Neidhardt und Wilfried Reifarth.

 

Gewöhnlichkeit

Menschen, die sich zum Enneagramm-Typ 4 rechnen, haben eine Abneigung gegenüber allem, was sie auf herkömmliche Standards, auf das übliche Niveau festlegen könnte. Sie weichen Personen, Ereignissen und Dingen aus, mit denen in Kontakt zu kommen sie unter ihrem selbstgewählten Status erachten. Damit versuchen sie, der Realität des Alltags zu entfliehen und sich private Nischen für ihre unerfüllten Träume zu schaffen.

 

Gleichwertigkeit

Im System des Enneagramms kommt allen Enneagramm-Mustern gleiche Wertschätzung zu, es gibt also keine Hierarchie der Enneagramm-Punkte untereinander. Zudem wird keiner der Enneagramm-Typen als besser oder schlechter angesehen als ein anderer. Allerdings können Menschen jedes Enneagramm-Musters typbezogen ganz unterschiedliche Absichten hegen und Verhaltensweisen zeigen, so dass Wertungen innerhalb jedes Musters im Sinne eines Kontinuums möglich sind – etwa von normal zu negativ einerseits und zu positiv andererseits.

 

GrundbedürfnisseAbbildung: Grundbedürfnisse

Die Grundbedürfnisse der Menschen bilden den gedanklichen Ansatz des Enneagramms. Das System des Enneagramms kennt 3 Grundbedürfnisse, denen sich alle sonstigen menschlichen Strebungen zuordnen lassen:

  • das Grundbedürfnis nach Sicherheit
  • das Grundbedürfnis nach Zugehörigkeit einerseits und nach Abgrenzung andererseits
  • das Grundbedürfnis nach Anerkennung und nach Zuwendung

Die Grundbedürfnisse werden in der grafischen Darstellung des Enneagramms in 3 logisch geordneten Gruppen (Triaden) der 9 Enneagramm-Punkte auf der Kreislinie abgebildet.

 

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