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Das Enneagramm-Lexikon

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Lebenseinstellungen

Die Art und Weise, wie Menschen mit ihren Grundbedürfnissen und mit ihren Grundängsten umgehen, wird durch ihre jeweiligen Lebenseinstellungen maßgebend beeinflusst. Im System des Enneagramms erscheinen insoweit folgende Einstellungen bedeutsam:

  • Die Enneagramm-Muster 2, 5 und 8 lassen oft ein nachhaltiges Bemühen um die Verwirklichung des jeweiligen Grundbedürfnisses und zur Beseitigung der Ursachen der jeweiligen Grundangst erkennen. Bei diesen Enneagramm-Typen scheint die Auffassung relevant zu sein, selbstgesetzte Interessen bei entsprechendem Einsatz in aller Regel mit Erfolg wahrnehmen und gestellten Anforderungen durchaus gerecht werden zu können.
  • Bei den Enneagramm-Mustern 3, 6 und 9 ist oftmals eine Tendenz zu erkennen, die Verwirklichung des jeweiligen Grundbedürfnisses und ein Zurückdrängen der jeweiligen Grundangst einer anderen Person oder einer Institution zu überlassen, sei es durch mehr oder minder ausdrückliches Delegieren, sei es durch Anpassungen an die Vorgaben der Anderen. Bei diesen Enneagramm-Typen scheint die Ansicht bedeutsam zu sein, sie könnten durch fortwährende Wandlung, durch wiederholtes Verhandeln und durch ständigen Ausgleich mit ihren Aufgaben im Leben am besten zurecht kommen.
  • Die Enneagramm-Muster 1, 4 und 7 befassen sich immer wieder mit auffälligen Bestrebungen, die Bedeutsamkeit ihrer Grundbedüfnisse und vor allem ihrer Grundängste auf ein Minimum zu beschränken oder aus dem Umkreis ihrer Wahrnehmung möglichst fernzuhalten. Bei diesen Enneagramm-Typen scheint die Meinung zu bestehen, die Gegebenheiten, mit denen sie im Leben Berührung suchen oder die an sie herangetragen werden, seien zunächst auf eine handhabbare Dimension umzuformen, bevor sie sich ihnen zuwenden sollten.

 

Leidenschaften

Im System des Enneagramms wird jedem Enneagramm-Typen eine bestimmte Leidenschaft zugeschrieben, der er sich innerlich nachhaltig zuwendet, an der "sein Herz hängt". Diese typspezifische Neigung entsteht in der frühen Kindheit des einzelnen Menschen als schöpferische Notlösung im Umgang mit Anforderungen aus dem kindlichen Lebensumfeld.

Im Verlauf der Entwicklung des Kindes zum Erwachsenen erweist sich die Leidenschaft als wirkmächtige Steuerung aus dem Unterbewusstsein mit ausgeprägt negativen Auswirkungen für den einzelnen Menschen - sie schafft Leiden im Wortsinne. Wer von anderen auf seine typische Leidenschaft hingewiesen wird, reagiert oftmals völlig überrascht, verständnislos und - zumindest zunächst - oft mit heftiger Abwehr.

Das Durcharbeiten der eigenen Leidenschaft und ihre Überwindung stellen grundlegende Aufgaben zur persönlichen Entwicklung auf der Grundlage des Enneagramms dar.

Von manchen Enneagramm-Autoren werden die Leidenschaften auch mit dem Begriff "Wurzelsünden" belegt.

Die Leidenschaften der einzelnen Enneagramm-Typen tragen in der Literatur u.a. folgende Bezeichnungen:

  • Enneagramm-Typ 1 - Leidenschaft Groll, Selbstgerechtigkeit, Zorn
  • Enneagramm-Typ 2 - Leidenschaft Stolz
  • Enneagramm-Typ 3 - Leidenschaft Unwahrhaftigkeit, Täuschung
  • Enneagramm-Typ 4 - Leidenschaft Neid
  • Enneagramm-Typ 5 - Leidenschaft Habsucht
  • Enneagramm-Typ 6 - Leidenschaft Furcht, Angst
  • Enneagramm-Typ 7 - Leidenschaft Unstetigkeit
  • Enneagramm-Typ 8 - Leidenschaft Maßlosigkeit
  • Enneagramm-Typ 9 - Leidenschaft Trägheit

 

 

Logik im Enneagramm

Kritiker des Enneagramms werten es mitunter ab, indem sie vorbringen, es sei kein uneingeschränkt logisch erfassbares System. Dieser Hinweis lässt sich letztlich nicht widerlegen, jedoch ist hierzu folgendes zu berücksichtigen:

Das System des Enneagramms gehört unstrittig nicht zu den klassischen Naturwissenschaften und auch nicht zu einer rigiden Philosophierichtung. Es befasst sich mit einer Fülle von Befindlichkeiten der Menschen, mit ihren Persönlichkeitsmerkmalen und ihren Entfaltungsmöglichkeiten. Dies geschieht anhand der grafischen Elemente des Enneagramms und der herkömmlichen Enneagramm-Muster in einem überschaubaren Rahmen und mit Strukturen, die in beachtlichem Umfange aus langjährigen menschlichen Erfahrungen resultieren. Das Enneagramm ist damit streng logischen Systemen - wie etwa der Mathematik - von vornherein gar nicht gleichzusetzen, sondern es ist aufzufassen als psycho-logisches System, als Lehre zu Gegebenheiten der Seele, des Empfindens, des Denkens und Handelns und des damit zusammenhängenden menschlichen Verhaltens.

Gleichwohl ist es angebracht, auch im System des Enneagramms einen höchstmöglichen Grad argumentativer Stimmigkeit und inhaltlicher Deckungsgleichheit mit den herkömmlichen Erfahrungshorizonten der Menschen nachdrücklich anzustreben, denn dieses Bemühen schirmt das Enneagramm vor schädlichen esoterischen Einflüssen ab.

Im übrigen sei darauf hingewiesen, dass es nicht streng logisch erfassbare Erscheinungen in vielen Bereichen sowohl der Naturwissenschaften als erst recht der Geisteswissenschaften gibt. Als einfache Beispiele können aufgezeigt werden Quantensprünge in der Physik, eigentümliche Reaktionen des Körpers auf Maßnahmen der Medizin, grammatikalische Unregelmäßigkeiten im Bereich der Sprachen, Paradoxien in der Philosophie, inkonsequente gesetzliche Regelungen, Unabwägbarkeiten zu wirtschaftlichen Vorgängen. Es erscheint damit unlogisch, gerade vom System des Enneagramms strikte logische Zusammenhänge für seine Gültigkeit zu verlangen.

 

Loyaler

Der Ausdruck Loyaler dient im Ennegramm zur Beschreibung des Enneagramm-Typs 6. Weitere Bezeichnungen sind Mitstreiter, Treuer, Skeptiker.

 

Lücke zwischen E-4 und E-5

In der grafischen Darstellung des Enneagramms fällt auf, dass es zwischen den Enneagramm-Punkten 4 und 5 keine Verbindungslinie gibt, dass vielmehr die Zeichnung des Enneagramms dort offenbar eine Art Lücke aufweist. Mit den folgenden Überlegungen gibt es eine Erklärung für diese Gegebenheit:

In der Enneagramm-Literatur wird die Auffassung vertreten, der Enneagramm-Punkt 9 stelle nicht nur einen eigenständigen Typ dar, sondern in ihm seien auch die Energien aller 9 Enneagramm-Muster zusammengefasst. Eine Fortsetzung dieses gedanklichen Ansatzes führt dahin, der Fülle der Energien im Punkt 9 die völlige existenzielle Leere, das absolute Nichts als gedachte Entsprechung gegenüber zu stellen – eben die Lücke zwischen den Enneagramm-Punkten 4 und 5. Vor diesem schwarzen Loch tödlichen Schweigens versuchen die Menschen sich auf je eigene Weisen zu bewahren, die im System des Enneagramms ihren geordneten Ausdruck in den einzelnen Leidenschaften finden.

Hiervon ausgehend können die 3 Triaden im System des Enneagramms nicht nur als Grundbedürfnisse der Menschen, sondern auch als Umschreibungen ihrer existenziellen Grundängste verstanden werden:

  • der Grundangst vor Unsicherheit
  • der Grundangst vor Einsamkeit
  • der Grundangst vor Liebesentzug

Da die Lücke zwischen den Enneagramm-Mustern 4 und 5 von keiner der Triaden erfasst wird, rechnet dieser leere Raum noch nicht einmal zu diesen Grundängsten, denen entgegenzuwirken den Menschen nach ihrem je eigenen Muster ja immerhin möglich erscheint. Hingegen ist ein irgendwie gearteter Umgang mit der völligen sinnlosen Leere nicht praktisch handhabbar.

 

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