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Das Enneagramm-Lexikon

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Perfektionist

Der Ausdruck Perfektionist dient im Enneagramm zur schlagwortartigen Kennzeichnung des Ennegramm-Typs 1. Weiterer Bezeichnungen sind Kritiker, Reformer, Vollkommener, Selbstgerechter.

 

Pfeile

Die Pfeile sind im Enneagramm ein sprachlicher Ausdruck sowohl für die grafische Darstellung als auch für die inhaltliche Umschreibung bestimmter Entwicklungsmöglichkeiten von jeweils einem Enneagramm-Typ hin zu einem anderen Enneagramm-Typ.

In der zeichnerischen Darstellung des Enneagramms zeigen Pfeilspitzen auf den Linien des gleichseitigen Dreiecks

  • von Punkt 3 her zu Punkt 9 hin
  • von Punkt 9 her zu Punkt 6 hin
  • von Punkt 6 her zu Punkt 3 hin

Auf den Linien des unregelmäßigen Sechsecks zeigen Pfeilspitzen

  • von Punkt 1 her zu Punkt 4 hin
  • von Punkt 4 her zu Punkt 2 hin
  • von Punkt 2 her zu Punkt 8 hin
  • von Punkt 8 her zu Punkt 5 hin
  • von Punkt 5 her zu Punkt 7 hin

Inhaltlich drücken die Pfeile zwei einander ergänzende Empfehlungen aus:

Zum einen sollen Menschen, die sich zu dem Ennegramm-Typ rechnen, von dem ein Pfeil herkommt, Vorsicht walten lassen, wenn sie sich "mit dem Pfeil" Persönlichkeitsmerkmalen annähern, die dem Enneagramm-Typ entsprechen, zu dem der jeweilige Pfeil hinzeigt (so bezeichneter "Stresspunkt").

Umgekehrt sollen Menschen, die sich dem Enneagramm-Typ zugehörig fühlen, auf den ein Pfeil zuläuft, sich "gegen den Pfeil" den Persönlichkeitsmerkmalen zuwenden, die dem Enneagramm-Typ entsprechen, von dem der jeweilige Pfeil herkommt (so bezeichneter "Trostpunkt").

Begründungen gerade für diese Empfehlungen gibt die Enneagramm-Literatur mit Hinweisen auf Erfahrungen zu typischerweise einander negativ verstärkende Verhaltensweisen einerseits sowie zu typischerweise einander positiv ergänzenden Verhaltensweisen andererseits.

 

Pfeiltheorie

Die Pfeiltheorie beinhaltet Angaben darüber, welche Ausrichtungen der einzelnen Persönlichkeitsmuster im System des Enneagramms einerseits bei nachhaltigem Stress und andererseits bei deutlicher Entspannung zu erwarten sind.

Im einzelnen werden mit der Pfeiltheorie - bezogen auf die grafische Darstellung des Enneagramms - folgende Verwicklungstendenzen unter Stress angegeben:

Im gleichseitigen Dreieck:

  • von Enneagramm-Muster 3 - hin zu Enneagramm-Muster 9
  • von Enneagramm-Muster 9 - hin zu Enneagramm-Muster 6
  • von Enneagramm-Muster 6 - hin zu Enneagramm-Muster 3

Im unregelmäßigen Sechseck:

  • von Enneagramm-Muster 1 - hin zu Enneagramm-Muster 4
  • von Enneagramm-Muster 4 - hin zu Enneagramm-Muster 2
  • von Enneagramm-Muster 2 - hin zu Enneagramm-Muster 8
  • von Enneagramm-Muster 8 - hin zu Enneagramm-Muster 5
  • von Enneagramm-Muster 5 - hin zu Enneagramm-Muster 7
  • von Enneagramm-Muster 7 - hin zu Enneagramm-Muster 1

Diese Durchlaufrichtung wird in der Grafik des Enneagramms auf der Verbindungslinie zwischen je zwei Enneagramm-Typen zeichnerisch mit einem Pfeil hervorgehoben und deshalb mit dem Begriff "mit dem Pfeil" belegt.

Die gegenläufige Richtung trägt die Benennung "gegen den Pfeil", zu ihr werden folgende Entwicklungtendenzen bei Entspannung aufgezeigt:

Im gleichseitigen Dreieck:

  • von Enneagramm-Muster 3 - hin zu Enneagramm-Muster 6
  • von Enneagramm-Muster 6 - hin zu Enneagramm-Muster 9
  • von Enneagramm-Muster 9 - hin zu Enneagramm-Muster 3

Im unregelmäßigen Seckseck:

  • von Enneagramm-Muster 1 - hin zu Enneagramm-Muster 7
  • von Enneagramm-Muster 7 - hin zu Enneagramm-Muster 5
  • von Enneagramm-Muster 5 - hin zu Enneagramm-Muster 8
  • von Enneagramm-Muster 8 - hin zu Enneagramm-Muster 2
  • von Enneagramm-Muster 2 - hin zu Enneagramm-Muster 4
  • von Enneagramm-Muster 4 - hin zu Enneagramm-Muster 1

Die Auswirkungen dieser Ausrichtungen sowohl unter Stress als auch bei Entspannung werden in der Enneagramm-Literatur sinngemäß dahingehend beschrieben, dass der betreffende Mensch über den psychischen Bereich seines Grundtyps hinaus auch psychische Inhalte des jeweils korrespondierenden Musters auslebt. Im Falle von Stress geschieht diese Erweiterung hin zu den negativen Eigenheiten des entsprechenden Enneagramm-Typs, bei Entspannung hin zu dessen positiven Eigenschaften.

Zur Stützung dieser Ansichten weisen die Autoren in der Enneagramm-Literatur durchgängig auf allgemeine Erfahrungen hin. Zudem wird die Auffassung vertreten, die Ausrichtungen unter Stress und bei Entspannung seien als übergreifende Bewegungen auf unterscheidbaren Ebenen der psychischen Existenz anzusehen.

Eine Fortführung und Vertiefung der Ansätze in der Literatur zur Pfeiltheorie führt zu Folgendem:

Man kann die grafische Darstellung des Enneagramms und die ihr zugeordneten 9 Persönlichkeitsmuster als zwei Komponenten ansehen, die über die spezifisch menschliche Fähigkeit der Sprache miteinander verknüpft sind. Von diesen Gedanken ausgehend lässt sich das Enneagramm insgesamt als Netzwerk auffassen, das zur sinnvollen Lebensgestaltung anregen soll. Damit wird den zeichnerischen Elementen des Enneagramms über ihren je eigenen Symbolwert hinaus eine strukturelle Bedeutung beigemessen, mittels derer die begrifflich darstellbaren 9 Persönlichkeitsmuster einer rein elementaren, isolierten Betrachtungsweise entzogen und in Beziehungen zueinander gebracht werden. Es ergibt sich dann sowohl hinsichtlich der Zeichnung des Enneagramms als auch bezüglich der ihr herkömmlicherweise zugeordneten Persönlichkeitstypen eine Akzentverschiebung weg von einer eher statischen Betrachtungsweise und hin zu einer vielfältig konstruierbaren Dynamik. Die Pfeiltheorie kann unter diesem Aspekt als eine der Möglichkeiten zur Interpretation dieser Dynamik betrachtet werden.

Allerdings ist kein Grund dafür ersichtlich, den herkömmlicherweise zur Pfeiltheorie formulierten Verwicklungs- und Entwicklungstendenzen imperative Exklusivität zuzuschreiben, gilt doch nach der Enneagramm-Literatur einhellig das Prinzip, dass im System des Enneagramms grundsätzlich zwischen jedem der neun Persönlichkeitsmuster inhaltliche Verbindungen gestaltet werden können. Als symbolischer Ausdruck für diesen Gedanken dient die alle Muster verbindende Kreislinie.

Gleichwohl lässt sich nicht die Erfahrung von der Hand weisen, dass zwischen näher bestimmbaren Mustern hervortretende dynamische Verbindungen geknüpft werden können, die zwischen anderen Mustern eher nicht vorkommen. Diese Sonderbeziehungen lassen sich auffassen als Einstiege zu weiterführenden, Versuch und Irrtum einschließenden empirisch ausgerichteten Bemühungen, bei denen das Enneagramm als Coaching-System, als Hilfestellung zur Selbsthilfe, dient.

Hierdurch wird das Enneagramm abgerückt von der Wiedergabe eher vorgefertigt wirkender Beschreibungen. Es findet damit seinen Schwerpunkt im Aufzeigen gezielter Anstöße insbesondere zur Selbsthilfe und zur Selbstentwicklung. Die herkömmliche Pfeiltheorie kann dann als ausschnittsweiser Ausdruck vielfacher Verknüpfungsmöglichkeiten zwischen Enneagramm-Mustern aufgefasst werden.

Berücksichtigt man dabei zudem die im Sinne der Pfeiltheorie ebenfalls bestehenden Ausrichtungen der beiden Flügeltypen des jeweiligen Grundmusters, so ergibt sich schon hieraus eine erhebliche Vergrößerung dieses Ausschnitts.

Eine weitere Abrundung zur Pfeiltheorie ist möglich, wenn man über die Ausrichtungen hinausgreift, die in der Literatur herkömmlicherweise einerseits zur Desintegration, andererseits zur Integration der Enneagramm-Muster dargelegt werden. Die entsprechenden Musterfolgen (3 - 9 - 6 und 1 - 4 - 2 - 8 - 5 - 7 für die Desintegration, 3 - 6 - 9 und 1 - 7 - 5 - 8 - 2 - 4 für die Integration) werden in der deutschsprachigen Enneagramm-Literatur im wesentlichen als einzig mögliche Abläufe dargestellt. Bestenfalls beiläufig klingt bei einigen Autoren an, dass Integration durchaus auch denkbar erscheint in den Abfolgen der Muster 3 - 9 - 6 und 1 - 4 - 2 - 8 - 5 - 7, und zwar dann, wenn die Entwicklung hin zum gesunden Bereich des jeweiligen Musters erfolgt. Es ist jedenfalls kein durchgreifender Grund dafür ersichtlich, dass beispielsweise dem Enneagramm-Typ 5 eine hilfreiche Entfaltung hin zur positiven Bandbreite des Enneagramm-Typs 7 grundsätzlich verschlossen sein soll, desgleichen z.B. für den Enneagramm-Typ 6 hin zum gesunden Bereich des Typs 3.

Andererseits liegt es nahe, dass in der Abfolge der Muster 3 - 6 - 9 und 1 - 7 - 5 - 8 - 2 - 4 durchaus Desintegration eintritt, wenn der betreffende Mensch sich zum gestörten Bereich des jweiligen Folgetyps hin verwickelt.

Unter Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte kommt der Pfeiltheorie neben ihren herkömmlichen Ausrichtungen erhebliche zweifache Bedeutung auch in Umkehr der üblichen Pfeilrichtung zu. Diese Erweiterung der Pfeiltheorie scheint vertretbar zu sein ähnlich der Akzentverschiebung, die zur Auslegung der 10 Gebote der Bibel möglich ist: weg vom Imperativ des "Du sollst ..." und hin zur Einsicht des "Ich werde ...".

Zusammenfassend kann Folgendes festgehalten werden:

Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand stützt sich die Pfeiltheorie im System des Enneagramms vorrangig auf empirische Erkenntnisse. Über ihre herkömmlichen Ausrichtungen hinaus kann sie sinnvoll ergänzt werden durch gegenläufige Ansätze sowohl zur Integration als auch zur Desintegration. Von wesentlicher Bedeutung ist die Pfeiltheorie als Instrument zur Coaching-Arbeit anhand des Systems des Enneagramms.

 

Prozessorientierung des Enneagramms

Schon der Aufbau des Enneagramms aus Elementen und Strukturen lässt seine Dynamik durchscheinen. Erst recht im Umgang der einzelnen Enneagramm-Muster mit sich selbst, mit ihren Mitmenschen, mit ihrer Umwelt und in den sich hieraus ergebenden Entwicklungsschritten, Interaktionen, Rückkoppelungen, Synergien und Lösungsansätzen zeigt sich die Prozessorientierung des Enneagramms im Alltag. Die grundlegende Zuordnung zu einem bestimmten Enneagramm-Typ erhält ihre sinnstiftende Lebendigkeit in der Betrachtung, wie die einzelnen Menschen mit sich selbst, mit den anderen und mit ihrem jeweiligen Lebensumfeld interagieren.

Diese Sicht der Prozessorientierung des Enneagramms ist deutlich abzugrenzen vom so bezeichneten Prozessmodell des Enneagramms, das vereinzelt in der Enneagramm-Literatur erwähnt wird. Hierbei handelt es sich im wesentlichen um eine Problemlösungsskizze, die inhaltlich ähnlich zuvor schon im Teile-Modell des NLP oder in allgemeinen Veröffentlichungen zur erfolgversprechenden Gesprächsführung vorgestellt wurde. Das so genannte Prozessmodell schematisiert Problemlösungsvorgänge anhand der Punkte auf der Kreislinie des Enneagramms, lässt indes weitergreifende Bezüge zu den sonstigen Inhalten des Enneagramms nicht erkennen.

 

Psychologie

Bei alltagsbezogener Ausrichtung findet das Enneagramm hauptsächlich im Bereich der modernen Psychologie seine Anwendung. Insoweit geht es bei der Arbeit mit dem Enneagramm zunächst um die Erkenntnis der Schwachstellen und Fehlprägungen der eigenen inneren Haltungen und der eigenen Verhaltensweisen. Nach entsprechenden Klärungen und durch mitunter überraschende Erkenntnisse zu den Gegebenheiten des eigenen Enneagramm-Typs vermag der betreffende Mensch mit Hilfe des Enneagramms seine Persönlichkeit hilfreich und förderlich weiterzuentwickeln, um zukünftige Beeinträchtigungen möglichst zu vermeiden.

Darüber hinaus ist mit Hilfe des Enneagramms eine darüber hinaus greifende Entfaltung zur Spiritualität und zur Religion hin möglich.

 

Punkte

Die übliche grafische Darstellung des Enneagramms beinhaltet 9 Punkte, die gleichmäßig auf einer Kreislinie verteilt sind. Jedem dieser Punkte wird ein sehr reichhaltiger gedanklicher Hintergrund zugeordnet, insbesondere zur Bestimmung von 9 grundlegenden Enneagramm-Typen im Sinne von Persönlichkeitsprofilen.

Die Anordnung der 9 Punkte auf der Kreislinie erfolgt als regelmäßige Zahlenfolge im Uhrzeigersinn dergestalt, dass der Punkt 9 an der oberen Stelle der Kreislinie steht. Je 3 benachbarte Punkte bilden eine Triade in der folgenden Zusammensetzung:

  • 2 - 3 - 4
  • 5 - 6 - 7
  • 8 - 9 - 1

 

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